Seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder mehr als ein Monat vergangen. Entsprechend koennt ihr euch vorstellen, dass es mir hier unten nur sehr selten langweilig wird und ich meine Zeit nicht unbedingt vor dem Computer totschlagen muss.
Die Weihnachtstage verbrachten Yves und ich am Mohaka River, im Kaweka Forest Park.
Nach cirka 40 Minuten Autofahrt aus Napier, war Schluss mit dem Handyempfang und als nochmals 20 Minuten spaeter die „gravelroad“ (Schotterstrasse) begann und wir auch noch durch einen Bach fahren mussten, waren wir uns beide bewusst, dass wir nun wohl wirklich im Busch angelangt sind.
Am Parkplatz angekommen standen wir vor diesem Wegweiser:
| Hot pools, wtf? |
| Was man im Busch sonst kaum erwartet... |
Nach einer zwar schoenen aber zugegeben, happigen Wanderung, mit unzaehligen ab- und aufstiegen, waren wir nicht ungluecklich als wir nach etwa 2.5h in der Te Puia Lodge ankamen. Diese Lodge gehoert zu einem Netzwerk von DOC Lodges, welche durchaus vergleichbar mit den SAC Huetten in der Schweiz sind.
| Entlang des Mohaka River |
| Die Te Puia Lodge |
Der naechste Tag verbrachten wir natuerlich damit den Bach- und Regenbogenforellen nachzustellen, und dies mit beachtlichem Erfolg. Das wahre Highlight war aber leider keine 10 Pfund Forelle, sondern eine Begegnung der besonderen Art. Nach dem Yves eine schoene Bachforelle gefangen hat, haben wir uns entschlossen, dass es diese als Abendmahl gibt. Gesagt, getan.
| Yves in action |
| Schoene Bachforelle und unser Abendessen |
Yves hat die Forelle professionell filetiert und den „Abfall“ unter einem Stein im Flussbett versteckt. Es ging keine 5 Minuten hatten wir schon Besuch von einem besonderen Gast:
Neben zahlreichen Trittsiegel von Hirschen (von denen wir leider keinen zu Gesicht bekamen) und den abendlichen Besuchen der Oppossums, war der Ausflug jede Anstrengung wert.
| Es war definitiv schwieriger als es aussieht! |
| Die naechtlichen Besucher |
Kurz vor Silvester meldete uns Yves noch fuer einen Fliegenfischerkurs an. Nach anfaenglichen „informations problemen“ mit dem Veranstalter, waren wir aeusserst gespannt an was fuer einen Typen wir hier wohl geraten sind. Erst hoerte man tagelang nichts, dann beantwortete er unsere Mails mit Antworten, welche in keiner Weise mit unseren Fragen passten... Nun ja, andere Laender andere Sitten. Nach ein paar weiteren Mails hatte Yves unseren Kurs gebucht.
Das Wetter passte, die Ausruestung war top und nachdem jeder von uns die erste Forelle aus dem „Tuki tuki“ zupfte, waren die unzaehligen Mails laengst vergessen. Unser Guide hiess Gerry und wir sind bei ihm definitiv an einen Profi geraten.
| Die Erste war die Schwierigste ;-) |
| Regenbogenforelle |
Am Ende des Tages hatten wir an die 25 Forellen gefangen, da hier in Neuseeland aber an die Zukunft gedacht wird und mehrheitlich nach dem Motto „Catch and release“ gefischt wird, haben wir alle Fische wieder losgelassen. Vielleicht sollte sich die Schweiz auchmal ueber dieses Thema informieren...
Bevor wir den Rueckweg antraten, schauten wir noch kurz bei einem Freund von Gerry vorbei, welcher selbstverstaendlich auch Jaeger und Angler war (schliesslich sind wir ja in Neuseeland). Ueber das Empfangskomitee waren wir dann tatsaechlich etwas erstaunt. Gerry’s Freund schoss vor 3 Monaten eine fuehrende Bache, als er seinen Fehler bemerkte, schnappte er sich kurzerhand einer der Frischlinge bevor dieser im Busch verschwand und nahm diesen mit sich nachhause. Die Nasenringe dienen nicht etwa der Zierde des Schweinchens, sondern viel mehr der Erhaltung des eigenen Gardens!
| Familienfoto |
Silvester verbrachten wir in Wellington, im Sueden der Nordinsel. Das Wetter war schrecklich! Vom 30. Dezember bis am 2. Januar hat es ununterbrochen geregnet und dies bei relativ starkem Wind. Nun, viel gibt’s dazu auch nicht zu schreiben, war ziemlich langweilig und deswegen auch keine Fotos ;-)
Nach ein paar montagetechnischen Anfangsschwierigkeiten mit meiner second hand Baikal, kann ich euch nun doch ein Foto praesentieren. Kaliber .308 Win. und der Schalldaempfer durfte natuerlich auch auch nicht fehlen, wenn man schon mal darf! Das ZF hat der liebe Papa aus der Schweiz geschickt und die Hawke Montage ist ebenfalls aus der schweizerischen Glaser Handels AG ( gell Ruedi ). Und fuer alle die nun sagen, dass die Ringe zu dicht aneinander montiert sind, nur so viel: Machts besser ;-)!
Die jagdlichen Abendteuer liessen natuerlich nicht lange auf sich warten:
| Ziegen Jagd |
Ob es normal ist Ziegen zu schiessen? Dies laesst sich durchaus diskutieren. Da aber in Neuseeland die Ziege als Pest gilt, und mit allen Mitteln bekaempft wird, konnte ich es durchaus mit meinem Gewissen vereinbaren. Das Fleisch wurde anschliessend als Hundefutter verwendet.
| Arapawa Ram |
Das gleiche mit den wilden Schafen. Da diese als TB (Tuberculose) Wirt in Frage kommen und damit fuer die restlichen 30 Millionen Hausschafe in Neuseeland eine Gefahr darstellen, werden sie ueberall so gut es geht bejagd.
Die Tage vom 23. bis 26. Januar verbrachten wir wieder am Mohaka River in der Te Puia Lodge. Nun waren wir diesesmal eindeutig besser ausgeruestet und wussten schon zum vorherein was uns erwarten wird. Durch den Tag hindurch angelten wir unser Essen und schauten uns nebenbei im Gelaende nach offensichtlichen Hirschspuren um, und am Abend setzten wir uns an einen geeigneten Platz, bei welchem man moeglichst viel erspaehen konnte. Nun ja, dies mehr oder weniger erfolgreich... Der erste Abend endete damit, dass ich einem Hirsch fast auf den Kopf stand und dieser in null Koma nix das Weite suchte, am zweiten Abend hatten wir zwar eine gute Gelaendeuebersicht, nur kamen keine Hirsche und am letzten Abend schnitt sich der schlaue Urs mit seinem Messer in den Unterarm, womit wir beschlossen unseren Ansitz vorzeitig zu beenden und noch bei Tageslicht in die Lodge zurueckzukehren.
| 17 Stunden spaeter, die Spritze war riesig... |
| ...und erst der Faden... |
| ...fast wie neu! |
Seit ein paar Wochen hatte uns Angus Richards (aus dem Jagdclub) immer wieder angeboten, uns auf einen Ausflug mit seinem Jetboat mitzunehmen, welcher aber dann immer wieder wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Nun war es aber so weit, am Samstag (28. Januar) war das Wetter wie es sein sollte und das Abendteuer konnte beginnen. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten (wie im Kies steckenbleiben) konnte es aber dann so richtig losgehen. Ich glaube, das Video gibt das Ganze es am besten wieder:
| Einer von mehreren unfreiwilligen Stopps |
| Sollte der Kapitaen nicht immer auf's Wasser schauen? |
| James Bond wuerde platzen vor Neid! |
Wie ich schon mal geschrieben habe, wird es uns hier echt nicht langweilig ;-), macht euch also bloss keine Sorgen um uns!
Nach dem „Deer Stalker Club Evening“ von letzten Mittwoch (1. Feb.) verriet uns Angus eine angeblich absolut sichere Stelle, an welchem wir auf jedenfall Sika Hirsche sehen. Nun braucht ihr euch nicht zu Fragen, was wir das kommende Wochenende unternommen haben. Richtig, wir fuhren ins Kaweka „Gebirge“ (1700 m.ue.M.) und versuchten erneut unser Glueck. Diesesmal hatten wir an fast alles gedacht, genug zu essen fuer 4 Tage, genug warme Kleider, Feldstecher etc., das einzige was uns einen Strich durch unsere Rechnung machen sollte war das Wetter...
Seit Mittwoch verfolgten wir staendig den Wetterbericht, nun ist aber der Wetterbericht so ziemlich das einzige hier in Neuseeland worauf man sich definitiv nicht verlassen sollte (im nachhinein ist man immer schlauer). Es kam wie es kommen musste, nach einem eher muehsamen Aufstieg in die Dominie Hut, war der Nebel so etwas von dicht, das man gerademal 40m sehen konnte, und so sollte es dann mehr oder weniger die naechsten 4 Tag bleiben.
| Dominie Hut |
Am dritten Tag verzogen sich die Wolken zum ersten mal und ein wahnsinnis Panorama oeffnete sich.
| Als sich die Wolken verzogen... |
| ... wurden die Hirsche sichtbar! |
Jetzt sollte sich alles zum Guten wenden. Cirka 1km auf der anderen Talseite war eine Hirschkuh zu sehen, und kurze Zeit spaeter entdeckte Yves nicht weit von ihr einen Stier. Also schleunigst zurueck zur Huette, das noetigste in den Rucksack gepackt und ab auf die Stier Pirsch. Nach einem waghalsigen Abstieg Tal waerts, sollte sich unser Glueck fuer diesen Tag verabschieden. Der Nebel zog innerhalb von 3 Minuten wieder auf und man hatte keine Chance mehr, sich an den Gelaendepunkten zu orientieren. Somit beschlossen wir die ganze Aktion abzubrechen und in unsere Huette zurueckzukehren. Der Aufstieg war definitiv „Bear Grylls“ Niveau, haette uns dabei jemand zugeschaut, haette er uns wohl in die Klappse einliefern lassen...
Nun fragt ihr euch sicher, was ein Neuseelaender in unserem Falle anders gemacht haette? Ganz einfach, er haette sich mit seiner .338 Lapua Magnum Buechse irgendwo bequem hingelegt und haette den Hirsch auf die 800m bis 1000m geschossen. Waere anschliessend auf dem direkten Weg, ohne auf den Geraeuschpegel zu achten, zum erlegten Wild vorgedrungen und haette es geborgen. Und wieso machen wir das nicht? Richtig, weil wir keine .338er haben... Die Jungs ticken hier definitiv etwas anders als wir in der Schweiz!
Am vierten Tag wurde das Wetter auch nicht besser und somit kehrten wir endgueltig von unserem Ausflug nach Napier zurueck.
Wie soll es nun weitergehen? Nun, geplant ist, dass wir am 15. Februar auf die Faehre in Wellington fahren und unsere Reise auf der Suedinsel weiterfuehren. Was bis dann noch alles passiert? Wir werden sehen :-)!