Montag, 16. April 2012

Suedinsel Part 1

Nach dem wir meinen Geburtstag am 14. Februar in Wellington mit einem guten Abendessen und einem Eintritt im bekannten "The Mermaid" gefeiert hatten, konnte das Abenteuer seinen Lauf nehmen.


Die Ueberfahrt mit der Faehre nach Picton war eine willkommene Abwechslung zu den langen Autofahrten und sollte auch eine Pause vor den Problemen sein, welche uns auf der Suedinsel schon erwarteten.


Das erste Etappenziel war Nelson. Schon auf der Nordinsel machte "Susann" (ausgesprochen "Schuschan", so nannten wir damals unser Auto, gemaess dem Film "Johnny English 2")  immer wieder mit komischen Geraeusche auf sich aufmerksam. Unser Mechaniker (Simon, die Pfeiffe...) in Napier beruhigte uns vor der Abreise mit den Worten "don't worry about it". Nun ja, irgendwann wurde Schuschan aber so laut, dass wir auf dem Weg nach Nelson bei einer kleinen Garage anhielten und einen Mechaniker nach seinem Rat fragten. Als dieser nach einer extrem kurzen Probefahrt zurueck kam, folgte sogleich das Todesurteil fuer unseren Legnum. Das Differential sei wohl gebrochen und wuerden damit nicht mehr alzu weit kommen... Da kommt Laune auf!! Nach kurzem Augenkontakt mit Yves war fuer uns beide klar, dass der Typ wohl keine Ahnung haben muss und, dass wir auf jedenfall bis nach Nelson fahren werden.

In Nelson angekommen (im nachhinein ein echtes Wunder...) suchten wir uns eine Unterkunft und beschlossen, erst am naechsten Tag einen anderen Mechaniker zu suchen.
Nelson Automatic Gear Garage, so hiess die Garage welche uns empfohlen wurde und wir schlussendlich auch aufsuchten. Absolut freundlich und hilfsbereit wurde uns ziemlich schnell ein kostenloses Ersatzfahrzeug ausgehaendigt und versichert, dass sie das Problem in den naechsten Tagen finden werden. Da wir also in Nelson festsassen, aber immerhin ueber einen fahrbaren Untersatz verfuegten und wir sowieso einen Track im Abel Tsaman National Park machen wollten, haette unsere Situation also durchaus schlechter sein koennen.
Die zwei Tage auf dem Abel Tasman waren sensationel. Wir liessen uns von Kaiteriteri mit dem Water Taxi in der Mitte des Tracks absetzen und uebernachteten die kommende Nacht im Zelt. Die Aussicht waehrend des ganzen Tracks war atemberaubend und die etwas mehr als 27km eigentlich gut "laufbar". Der einzige Wehmutstropfen war die permanente Belaestigung durch Sandflys und Mosquitos, welche am Abend einsetzte.


Water Taxi
Aussicht vom Wanderweg
Nach 27 schoenen Kilometer
Da wir am naechsten Tag erst gegen den spaeteren Nachmittag am Ende des Tracks ankamen, uebernachteten wir noch eine Nacht auf dem Camping Platz in Marahau, bevor wir dann am 21. wieder zurueck nach Nelson fuhren.


Wie erklaere ich Touristen, dass sie die Enten nicht fuettern sollen?


Wie es unserer Schuschan ging? Genau dies haben wir uns natuerlich auch gefragt. So gingen wir natuerlich direkt nach unserem Wochenend Trip in unsere Garage und erkundigten uns nach dem Stand der Dinge.

Die Kurzfassung: Der Kostenvoranschlag fuer die Reperatur war so hoch, dass wir nun Subaru fahren...
Unser neues Auto: ein 91er Subaru Legacy, namens Jeronimo

Unser naechstes Etappenziel war Kaikoura. Kaikoura ist ein kleiner Fleck an der Ostkueste, dafuer aber Landesweit bekannt fuer Whale-watching Touren, das Hummer essen und die vielen Seehunde. Wir entschieden uns fuer die zwei Letzteren.




Junge Robben
Crayfish


Nach zwei Uebernachtungen ging es weiter nach Hanmer Springs, welches eigentlich eher fuer sein Skigebiet und fuer die Thermal Quellen bekannt ist, aber auch super Fluesse zum angeln bietet.

Hanmer Springs
BBQ zusammen mit einem Hollaender und einen Italienerin
Fischen in Hanmer Springs
Da ich waehrend den drei Tagen in Hanmer Springs immer wieder erfolglos versucht hatte eine Unterkunft in Christchurch zu organisieren, beschlossen wir vor Abfahrt noch beim i-Site (Touristen Buero) einen Stopp zu machen, damit wir von da aus etwas buchen koennen. Man bemerke, dass das Zentrum von Christchurch seit dem Erdbeben vor ueber einem Jahr immernoch abgeriegelt und nicht zugaenglich ist, und somit die meisten Backpacker Unterkunften entweder seit Wochen ausgebucht oder komplett ueberteuert sind. Die Dame setzte sich also hinters Telefon, fragte nach einer Weile ob 45 Dollar okey seien und die Unterkunft war gebucht.



Das etwas andere Backpacker Hostel


Von Freunden aus der Schweiz hatte ich einen Kontakt aus Christchurch erhalten, ich solle mich doch da mal durchklingeln. So fuhren wir am spaeteren Nachmittag nach Govenors Bay (cirka 30 Minuten suedlich aus der Stadt) und gingen mit der huebschen Carol Abendessen (leider keine Fotos...). Es war interessant zu hoeren wie die Leute vor Ort das Erdbeben erlebt haben und wie man damit lebt, wenn die Erde mehrmals pro Woche bebt. Waere wohl nix fuer mich, ich bin eher der "fester" Untergrund Typ!

Am naechsten Tag machten wir uns auf, nach dem 360km entfernte Dunedin. Das Wetter war schlecht, die Stadt war grau und der erste Eindruck schlecht. Vielleicht lag tatsaechlich nur am schlechten Wetter, vielleicht aber auch an den Holzvertaefelten, heruntergekommenen Haeuser welche die Stadt (mit immerhin 110'000 Einwohner)zierten. Jedenfalls mochte ich die Stadt nicht wirklich und wir zogen schon am naechsten Tag wieder weiter.

Die Reise fuehrte uns in die sagenumworbene Partystadt Queenstown, oder anders: Interlaken Compact! Hier hatte ich das erste Mal wirklich das Gefuehl, nicht allzu weit weg von zu Hause zu sein.

Die ersten zwei Naechte verbrachten wir in einem 4er Zimmer im X-Base Hostel. Nachdem wir aber jede Nacht irgendwelche Pfeiffen im Zimmer hatten, welche entweder an einem "synchron schnarch Wettbewerb" teilnahmen oder so besoffen durch das ganze Zimmer fielen, das man mit Sicherheit nicht schlafen konnte, beschlossen wir uns ein anderes ruhigeres Hostel zu suchen. Wir sind ja auch nicht mehr die Juengsten!
Unser Hauptnahrungsmittel in Queenstown war der Fergburger. Der wohl Beste Burger der je von Menschenhand zubereitet wurde!!!

Riesen Burger
Vicky, unsere Lieblingskellnerin
In diesem 11'000 Einwohner Staedtchen (ohne Touris) sollte man definitiv das dicke Portmonne mitnehmen. Hier wird von Fallschirm springen, Bungee Jumping ueber Jet-boating und "Herr der Ringe" Touren alles geboten. Wir haben uns aus kostengruenden nur fuers Fallschirmspringen entschieden.

Chris mein Instruktor
Die Haube sass perfekt
Kurz vor dem Sprung aus 15'000 Fuss
Die Maschine hatte gerade genug Platz fuer 3 Tandemspringer

Am Donnerstag 8. Maerz fuhren brachen wir unsere Zelte in Queenstown nach 5 Tagen ab (nicht sinnesgemaess) und fuhren nach Milford Sound, welches 120km von Te Anau entfernt liegt. Ohne die halbe Million Touristen die jahrlich nach Milford Sound pilgern um die Naturkulisse zu sehen, wuerde es das Oertchen wohl kaum geben, zumal es gerademal 170 Einwohner zaehlt (hauptsaechlich Arbeiter). 
Trotzdem, Milford Sound ist atemberaubend. Berge die aus dem Meer ragen, teilweise ueberdeckt mit Baeumen oder sogar Waelder welche regelrecht am Fels kleben. Wer sowas mag, ist im Fiordland genau richtig. Um die wahre Pracht des Milford Sound zu sehen, kann man dies entweder mit dem Flieger, Hubschrauber oder Schiff machen.

Milford Sound
Eines von mehreren Boat Cruise Unternehmen

Die groesse der Berge wird erst...
...mit einem Vergleichsobjekt wirklich erkennbar!
Uebernachtet haben wir im einzig verfuegbaren Backpacker dem Milford Sound Lodge. Waeren die Sandflys nicht so laestig, waere es wirklich das Paradies!
Der naechste morgen war eigentlich zunaechst wie jeder normale Morgen. Aufstehen, Fruehstuecken, Zaehne putzen, packen, auschecken und weiterfahren. Doch beim letzten Punkt hatten wir die Rechnung ohne Jeronimo gemacht. Kurz nach der Abfahrt wurde die Wasserkuehlung des Motors so heiss, dass wir an den Strassenrand fahren mussten. Nach einem kurzen Blick unter die Kuehlerhaube entdeckten wir, bei einem bereits notduerftig geflickten Teil einen Riss an einer Schweissnaht, woraus Kuehlfluessigkeit ausdraht. Also nichts wie zurueck, bei einem Mechaniker "zwei Komponenten Metallknete besorgt, das Ganze noch mit einem Kabelbinder angezogen, eine Stunde gewartet und ab wieder auf die Strasse. Nach unzaehligen Kontrollstopps kamen wir dann schliesslich doch noch in Te Anau an.

In der Ortschaft Te Anau quartierten wir uns in einem der bewaehrten YHA Hostels ein. Da Sonntag war und alle Auto Garagen geschlossen waren, holten wir uns im DOC (Department of Conservation) Infos ueber die umliegenden Wander Routen und Angel Gebiete, da wir sowieso mit einem laengeren Aufenthalt in Te Anau rechneten.

Tage spaeter...
Kurzfassung beim Mechaniker: 
Nach X-mal "hin & her", "jetzt funktionierts bestimmt"  und dann trotzdem wieder nicht, konnten wir nach 4 Tagen wieder weiterfahren. Problem war angeblich ein verstopfter Kuehlergrill.
Fuenf (!!!) ahnungslose Mechaniker um unser Auto
Waehrend dieses unfreiwilligen Zwischenstopps hatten wir Zeit fuer einen Tagesausflug am Keppler Track, welcher zu einer der meist besuchten Great Walks von Neuseeland gehoert. Die Waelder waren mit Moos ueberzogen, und waere uns ein Elf ueber den Weg gelaufen waeren wir wohl nicht gross ueberrascht gewesen.

Keppler Track
Elfen Wald
Nach dem Regen
Die Reise brachte uns nach Wanaka. Wakaka ist eigentlich das "Queenstown light", es ist ebenfalls wunderschoen nur nicht ganz so ausgeflippt. Im gemuetlichen Hostel namens Matterhorn haben wir uns auf anhieb wohl gefuehlt, und man staune auch hier keine Schweizer angetroffen!
Da wir mal was neues ausprobieren wollten buchten wir (achtung jetzt kommts) einen Reitausflug. Da ich ueberhaubt noch nie auf so einem Gockel gesessen bin, und Yves auch erst einmal in Tunesien, dachten wir, dass es sicher nicht schaden koennte unsere "horse riding skills" etwas zu schulen und uns auf das Abenteuer einzulassen.

Reitausflug





Mein Gaul hiess Ferg (wahrscheinlich von Fergburger abgeleitet) und wenn er nicht grad Gras frass, bockte er sonst irgendwie rum. Schlussfazit: Mein Hintern schmerzte zwar am naechsten Tag nur ein Bisschen, trotzdem werde ich mir wohl zu hause kein Pferd kaufen.




Ist der Mount Cook eine Reise wert? Diese Frage beschaeftigte uns seit ein paar Tagen und zwar immer dann, wenn wir uns die Landkarte anschauten. Grund war die unguenstige Wegstrecke von 203km hin und genau die gleichen wieder zurueck nach Wanaka, so dass wir anschliessend unser Trip an der Westkueste weiterfuehren koennen.Schlussentlich nahmen wir den Umweg in kauf und es hat sich gelohnt. Am ersten Tag war alles sehr Wolkenverhangen und die Einheimischen spotteten damit, dass der Mt Cook heute einen Tag frei haette und wohl erst morgen wieder kommen werde, und sie hatten recht!



Hooker Valley
Der naechste Morgen praesentierte sich mit einem strahlen blauen Himmel, womit wir beschlossen auf die Mueller Hut zu wandern, und da eine Nacht zu verbringen.  



Mueller Hut in 3.5h
Links von mir der hoechste Berg Neuseelands, Mount Cook



Die Mueller Hut auf 1850 m.ue.M.
Die Nacht war traumhaft, zwar eisig kalt aber dafuer Sternen klar.

Mount Cook in der Abenddaemmerung
Nachdem der Wetterbericht fuer die Westkueste eine Woche Dauerregen prophezeite, beschlossen wir noch einmal ein paar Tage in Wanaka zu verweilen, das schoene Wetter da zu geniessen und den Mount Roy zu besteigen.

Mit zwei Maedels auf unserem Hostel

Traum Aussicht...
...super Wetter
Keisha, Yves, Deike und ich an der Spitze des Mt. Roy


Nach 5 Tagen versprach das Wetter besserung, und wir fuhren am 27. Maerz weiter nach Franz Josef. 
Aber davon mehr im Part 2!

Montag, 6. Februar 2012

Was seit Weihnachten so alles geschah:


Seit meinem letzten Eintrag ist schon wieder mehr als ein Monat vergangen. Entsprechend koennt ihr euch vorstellen, dass es mir hier unten nur sehr selten langweilig wird und ich meine Zeit nicht unbedingt vor dem Computer totschlagen muss.

Die Weihnachtstage verbrachten Yves und ich am Mohaka River, im Kaweka Forest Park.
Nach cirka 40 Minuten Autofahrt aus Napier, war Schluss mit dem Handyempfang und als nochmals 20 Minuten spaeter die „gravelroad“ (Schotterstrasse) begann und wir auch noch durch einen Bach fahren mussten, waren wir uns beide bewusst, dass wir nun wohl wirklich im Busch angelangt sind.

Am Parkplatz angekommen standen wir vor diesem Wegweiser:


Hot pools, wtf?


Was man im Busch sonst kaum erwartet...

Nach einer zwar schoenen aber zugegeben, happigen Wanderung, mit unzaehligen ab- und aufstiegen, waren wir nicht ungluecklich als wir nach etwa 2.5h in der Te Puia Lodge ankamen. Diese Lodge gehoert zu einem Netzwerk von DOC Lodges, welche durchaus vergleichbar mit den SAC Huetten in der Schweiz sind.

Entlang des Mohaka River


Die Te Puia Lodge

Der naechste Tag verbrachten wir natuerlich damit den Bach- und Regenbogenforellen nachzustellen, und dies mit beachtlichem Erfolg. Das wahre Highlight war aber leider keine 10 Pfund Forelle, sondern eine Begegnung der besonderen Art. Nach dem Yves eine schoene Bachforelle gefangen hat, haben wir uns entschlossen, dass es diese als Abendmahl gibt. Gesagt, getan.

Yves in action

Schoene Bachforelle und unser Abendessen

Yves hat die Forelle professionell filetiert und den „Abfall“ unter einem Stein im Flussbett versteckt. Es ging keine 5 Minuten hatten wir schon Besuch von einem besonderen Gast:



Neben zahlreichen Trittsiegel von Hirschen (von denen wir leider keinen zu Gesicht bekamen) und den abendlichen Besuchen der Oppossums, war der Ausflug jede Anstrengung wert.

Es war definitiv schwieriger als es aussieht!

Die naechtlichen Besucher



Kurz vor Silvester meldete uns Yves noch fuer einen Fliegenfischerkurs an. Nach anfaenglichen „informations problemen“ mit dem Veranstalter, waren wir aeusserst gespannt an was fuer einen Typen wir hier wohl geraten sind. Erst hoerte man tagelang nichts, dann beantwortete er unsere Mails mit Antworten, welche in keiner Weise mit unseren Fragen passten... Nun ja, andere Laender andere Sitten. Nach ein paar weiteren Mails hatte Yves unseren Kurs gebucht.

Das Wetter passte, die Ausruestung war top und nachdem jeder von uns die erste Forelle aus dem „Tuki tuki“ zupfte, waren die unzaehligen Mails laengst vergessen. Unser Guide hiess Gerry und wir sind bei ihm definitiv an einen Profi geraten.

Die Erste war die Schwierigste ;-)

Regenbogenforelle

 Am Ende des Tages hatten wir an die 25 Forellen gefangen, da hier in Neuseeland aber an die Zukunft gedacht wird und mehrheitlich nach dem Motto „Catch and release“ gefischt wird, haben wir alle Fische wieder losgelassen. Vielleicht sollte sich die Schweiz auchmal ueber dieses Thema informieren...

Bevor wir den Rueckweg antraten, schauten wir noch kurz bei einem Freund von Gerry vorbei, welcher selbstverstaendlich auch Jaeger und Angler war (schliesslich sind wir ja in Neuseeland). Ueber das Empfangskomitee waren wir dann tatsaechlich etwas erstaunt. Gerry’s Freund schoss vor 3 Monaten eine fuehrende Bache, als er seinen Fehler bemerkte, schnappte er sich kurzerhand einer der Frischlinge bevor dieser im Busch verschwand und nahm diesen mit sich nachhause. Die Nasenringe dienen nicht etwa der Zierde des Schweinchens, sondern viel mehr der Erhaltung des eigenen Gardens!

Familienfoto


Silvester verbrachten wir in Wellington, im Sueden der Nordinsel. Das Wetter war schrecklich! Vom 30. Dezember bis am 2. Januar hat es ununterbrochen geregnet und dies bei relativ starkem Wind. Nun, viel gibt’s dazu auch nicht zu schreiben, war ziemlich langweilig und deswegen auch keine Fotos ;-)


Nach ein paar montagetechnischen Anfangsschwierigkeiten mit meiner second hand Baikal, kann ich euch nun doch ein Foto praesentieren. Kaliber .308 Win. und der Schalldaempfer durfte natuerlich auch auch nicht fehlen, wenn man schon mal darf! Das ZF hat der liebe Papa aus der Schweiz geschickt und die Hawke Montage ist ebenfalls aus der schweizerischen Glaser Handels AG ( gell Ruedi ). Und fuer alle die nun sagen, dass die Ringe zu dicht aneinander montiert sind, nur so viel: Machts besser ;-)!


Die jagdlichen Abendteuer liessen natuerlich nicht lange auf sich warten:

Ziegen Jagd


Ob es normal ist Ziegen zu schiessen? Dies laesst sich durchaus diskutieren. Da aber in Neuseeland die Ziege als Pest gilt, und mit allen Mitteln bekaempft wird, konnte ich es durchaus mit meinem Gewissen vereinbaren. Das Fleisch wurde anschliessend als Hundefutter verwendet.


Arapawa Ram

Das gleiche mit den wilden Schafen. Da diese als TB (Tuberculose) Wirt in Frage kommen und damit fuer die restlichen 30 Millionen Hausschafe in Neuseeland eine Gefahr darstellen, werden sie ueberall so gut es geht bejagd.

Die Tage vom 23. bis 26. Januar verbrachten wir wieder am Mohaka River in der Te Puia Lodge. Nun waren wir diesesmal eindeutig besser ausgeruestet und wussten schon zum vorherein was uns erwarten wird. Durch den Tag hindurch angelten wir unser Essen und schauten uns nebenbei im Gelaende nach offensichtlichen Hirschspuren um, und am Abend setzten wir uns an einen geeigneten Platz, bei welchem man moeglichst viel erspaehen konnte. Nun ja, dies mehr oder weniger erfolgreich... Der erste Abend endete damit, dass ich einem Hirsch fast auf den Kopf stand und dieser in null Koma nix das Weite suchte, am zweiten Abend hatten wir zwar eine gute Gelaendeuebersicht, nur kamen keine Hirsche und am letzten Abend schnitt sich der schlaue Urs mit seinem Messer in den Unterarm, womit wir beschlossen unseren Ansitz vorzeitig zu beenden und noch bei Tageslicht in die Lodge zurueckzukehren.

17 Stunden spaeter, die Spritze war riesig...


...und erst der Faden...



...fast wie neu!

 

Seit ein paar Wochen hatte uns Angus Richards (aus dem Jagdclub) immer wieder angeboten, uns auf einen Ausflug mit seinem Jetboat mitzunehmen, welcher aber dann immer wieder wegen schlechten Wetters abgesagt wurde. Nun war es aber so weit, am Samstag (28. Januar) war das Wetter wie es sein sollte und das Abendteuer konnte beginnen. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten (wie im Kies steckenbleiben) konnte es aber dann so richtig losgehen. Ich glaube, das Video gibt das Ganze es am besten wieder:

Einer von mehreren unfreiwilligen Stopps
Sollte der Kapitaen nicht immer auf's Wasser schauen?
James Bond wuerde platzen vor Neid!
                                                                      
Wie ich schon mal geschrieben habe, wird es uns hier echt nicht langweilig ;-), macht euch also bloss keine Sorgen um uns!

Nach dem „Deer Stalker Club Evening“ von letzten Mittwoch (1. Feb.) verriet uns Angus eine angeblich absolut sichere Stelle, an welchem wir auf jedenfall Sika Hirsche sehen. Nun braucht ihr euch nicht zu Fragen, was wir das kommende Wochenende unternommen haben. Richtig, wir fuhren ins Kaweka „Gebirge“ (1700 m.ue.M.) und versuchten erneut unser Glueck. Diesesmal hatten wir an fast alles gedacht, genug zu essen fuer 4 Tage, genug warme Kleider, Feldstecher etc., das einzige was uns einen Strich durch unsere Rechnung machen sollte war das Wetter...
Seit Mittwoch verfolgten wir staendig den Wetterbericht, nun ist aber der Wetterbericht so ziemlich das einzige hier in Neuseeland worauf man sich definitiv nicht verlassen sollte (im nachhinein ist man immer schlauer). Es kam wie es kommen musste, nach einem eher muehsamen Aufstieg in die Dominie Hut, war der Nebel so etwas von dicht, das man gerademal 40m sehen konnte, und so sollte es dann mehr oder weniger die naechsten 4 Tag bleiben.

Dominie Hut

Am dritten Tag verzogen sich die Wolken zum ersten mal und ein wahnsinnis Panorama oeffnete sich.
Als sich die Wolken verzogen...



... wurden die Hirsche sichtbar!

Jetzt sollte sich alles zum Guten wenden. Cirka 1km auf der anderen Talseite war eine Hirschkuh zu sehen, und kurze Zeit spaeter entdeckte Yves nicht weit von ihr einen Stier. Also schleunigst zurueck zur Huette, das noetigste in den Rucksack gepackt und ab auf die Stier Pirsch. Nach einem waghalsigen Abstieg Tal waerts, sollte sich unser Glueck fuer diesen Tag verabschieden. Der Nebel zog innerhalb von 3 Minuten wieder auf und man hatte keine Chance mehr, sich an den Gelaendepunkten zu orientieren. Somit beschlossen wir die ganze Aktion abzubrechen und in unsere Huette zurueckzukehren. Der Aufstieg war definitiv „Bear Grylls“ Niveau, haette uns dabei jemand zugeschaut, haette er uns wohl in die Klappse einliefern lassen...

Nun fragt ihr euch sicher, was ein Neuseelaender in unserem Falle anders gemacht haette? Ganz einfach, er haette sich mit seiner .338 Lapua Magnum Buechse irgendwo bequem hingelegt und haette den Hirsch auf die 800m bis 1000m geschossen. Waere anschliessend auf dem direkten Weg, ohne auf den Geraeuschpegel zu achten, zum erlegten Wild vorgedrungen und haette es geborgen. Und wieso machen wir das nicht? Richtig, weil wir keine .338er haben... Die Jungs ticken hier definitiv etwas anders als wir in der Schweiz!

Am vierten Tag wurde das Wetter auch nicht besser und somit kehrten wir endgueltig von unserem Ausflug nach Napier zurueck.


Wie soll es nun weitergehen? Nun, geplant ist, dass wir am 15. Februar auf die Faehre in Wellington fahren und unsere Reise auf der Suedinsel weiterfuehren. Was bis dann noch alles passiert? Wir werden sehen :-)!