Die Ueberfahrt mit der Faehre nach Picton war eine willkommene Abwechslung zu den langen Autofahrten und sollte auch eine Pause vor den Problemen sein, welche uns auf der Suedinsel schon erwarteten.
Das erste Etappenziel war Nelson. Schon auf der Nordinsel machte "Susann" (ausgesprochen "Schuschan", so nannten wir damals unser Auto, gemaess dem Film "Johnny English 2") immer wieder mit komischen Geraeusche auf sich aufmerksam. Unser Mechaniker (Simon, die Pfeiffe...) in Napier beruhigte uns vor der Abreise mit den Worten "don't worry about it". Nun ja, irgendwann wurde Schuschan aber so laut, dass wir auf dem Weg nach Nelson bei einer kleinen Garage anhielten und einen Mechaniker nach seinem Rat fragten. Als dieser nach einer extrem kurzen Probefahrt zurueck kam, folgte sogleich das Todesurteil fuer unseren Legnum. Das Differential sei wohl gebrochen und wuerden damit nicht mehr alzu weit kommen... Da kommt Laune auf!! Nach kurzem Augenkontakt mit Yves war fuer uns beide klar, dass der Typ wohl keine Ahnung haben muss und, dass wir auf jedenfall bis nach Nelson fahren werden.
In Nelson angekommen (im nachhinein ein echtes Wunder...) suchten wir uns eine Unterkunft und beschlossen, erst am naechsten Tag einen anderen Mechaniker zu suchen.
Nelson Automatic Gear Garage, so hiess die Garage welche uns empfohlen wurde und wir schlussendlich auch aufsuchten. Absolut freundlich und hilfsbereit wurde uns ziemlich schnell ein kostenloses Ersatzfahrzeug ausgehaendigt und versichert, dass sie das Problem in den naechsten Tagen finden werden. Da wir also in Nelson festsassen, aber immerhin ueber einen fahrbaren Untersatz verfuegten und wir sowieso einen Track im Abel Tsaman National Park machen wollten, haette unsere Situation also durchaus schlechter sein koennen.
Die zwei Tage auf dem Abel Tasman waren sensationel. Wir liessen uns von Kaiteriteri mit dem Water Taxi in der Mitte des Tracks absetzen und uebernachteten die kommende Nacht im Zelt. Die Aussicht waehrend des ganzen Tracks war atemberaubend und die etwas mehr als 27km eigentlich gut "laufbar". Der einzige Wehmutstropfen war die permanente Belaestigung durch Sandflys und Mosquitos, welche am Abend einsetzte.
| Aussicht vom Wanderweg |
Da wir am naechsten Tag erst gegen den spaeteren Nachmittag am Ende des Tracks ankamen, uebernachteten wir noch eine Nacht auf dem Camping Platz in Marahau, bevor wir dann am 21. wieder zurueck nach Nelson fuhren.
Wie es unserer Schuschan ging? Genau dies haben wir uns natuerlich auch gefragt. So gingen wir natuerlich direkt nach unserem Wochenend Trip in unsere Garage und erkundigten uns nach dem Stand der Dinge.
Die Kurzfassung: Der Kostenvoranschlag fuer die Reperatur war so hoch, dass wir nun Subaru fahren...
Unser naechstes Etappenziel war Kaikoura. Kaikoura ist ein kleiner Fleck an der Ostkueste, dafuer aber Landesweit bekannt fuer Whale-watching Touren, das Hummer essen und die vielen Seehunde. Wir entschieden uns fuer die zwei Letzteren.
| Crayfish |
Nach zwei Uebernachtungen ging es weiter nach Hanmer Springs, welches eigentlich eher fuer sein Skigebiet und fuer die Thermal Quellen bekannt ist, aber auch super Fluesse zum angeln bietet.
| Hanmer Springs |
| BBQ zusammen mit einem Hollaender und einen Italienerin |
| Fischen in Hanmer Springs |
Da ich waehrend den drei Tagen in Hanmer Springs immer wieder erfolglos versucht hatte eine Unterkunft in Christchurch zu organisieren, beschlossen wir vor Abfahrt noch beim i-Site (Touristen Buero) einen Stopp zu machen, damit wir von da aus etwas buchen koennen. Man bemerke, dass das Zentrum von Christchurch seit dem Erdbeben vor ueber einem Jahr immernoch abgeriegelt und nicht zugaenglich ist, und somit die meisten Backpacker Unterkunften entweder seit Wochen ausgebucht oder komplett ueberteuert sind. Die Dame setzte sich also hinters Telefon, fragte nach einer Weile ob 45 Dollar okey seien und die Unterkunft war gebucht.
| Das etwas andere Backpacker Hostel |
Von Freunden aus der Schweiz hatte ich einen Kontakt aus Christchurch erhalten, ich solle mich doch da mal durchklingeln. So fuhren wir am spaeteren Nachmittag nach Govenors Bay (cirka 30 Minuten suedlich aus der Stadt) und gingen mit der huebschen Carol Abendessen (leider keine Fotos...). Es war interessant zu hoeren wie die Leute vor Ort das Erdbeben erlebt haben und wie man damit lebt, wenn die Erde mehrmals pro Woche bebt. Waere wohl nix fuer mich, ich bin eher der "fester" Untergrund Typ!
Am naechsten Tag machten wir uns auf, nach dem 360km entfernte Dunedin. Das Wetter war schlecht, die Stadt war grau und der erste Eindruck schlecht. Vielleicht lag tatsaechlich nur am schlechten Wetter, vielleicht aber auch an den Holzvertaefelten, heruntergekommenen Haeuser welche die Stadt (mit immerhin 110'000 Einwohner)zierten. Jedenfalls mochte ich die Stadt nicht wirklich und wir zogen schon am naechsten Tag wieder weiter.
Die Reise fuehrte uns in die sagenumworbene Partystadt Queenstown, oder anders: Interlaken Compact! Hier hatte ich das erste Mal wirklich das Gefuehl, nicht allzu weit weg von zu Hause zu sein.
Die ersten zwei Naechte verbrachten wir in einem 4er Zimmer im X-Base Hostel. Nachdem wir aber jede Nacht irgendwelche Pfeiffen im Zimmer hatten, welche entweder an einem "synchron schnarch Wettbewerb" teilnahmen oder so besoffen durch das ganze Zimmer fielen, das man mit Sicherheit nicht schlafen konnte, beschlossen wir uns ein anderes ruhigeres Hostel zu suchen. Wir sind ja auch nicht mehr die Juengsten!
Unser Hauptnahrungsmittel in Queenstown war der Fergburger. Der wohl Beste Burger der je von Menschenhand zubereitet wurde!!!
| Riesen Burger |
| Vicky, unsere Lieblingskellnerin |
In diesem 11'000 Einwohner Staedtchen (ohne Touris) sollte man definitiv das dicke Portmonne mitnehmen. Hier wird von Fallschirm springen, Bungee Jumping ueber Jet-boating und "Herr der Ringe" Touren alles geboten. Wir haben uns aus kostengruenden nur fuers Fallschirmspringen entschieden.
| Chris mein Instruktor |
| Die Haube sass perfekt |
| Kurz vor dem Sprung aus 15'000 Fuss |
Am Donnerstag 8. Maerz fuhren brachen wir unsere Zelte in Queenstown nach 5 Tagen ab (nicht sinnesgemaess) und fuhren nach Milford Sound, welches 120km von Te Anau entfernt liegt. Ohne die halbe Million Touristen die jahrlich nach Milford Sound pilgern um die Naturkulisse zu sehen, wuerde es das Oertchen wohl kaum geben, zumal es gerademal 170 Einwohner zaehlt (hauptsaechlich Arbeiter).
Trotzdem, Milford Sound ist atemberaubend. Berge die aus dem Meer ragen, teilweise ueberdeckt mit Baeumen oder sogar Waelder welche regelrecht am Fels kleben. Wer sowas mag, ist im Fiordland genau richtig. Um die wahre Pracht des Milford Sound zu sehen, kann man dies entweder mit dem Flieger, Hubschrauber oder Schiff machen.
Uebernachtet haben wir im einzig verfuegbaren Backpacker dem Milford Sound Lodge. Waeren die Sandflys nicht so laestig, waere es wirklich das Paradies!
Der naechste morgen war eigentlich zunaechst wie jeder normale Morgen. Aufstehen, Fruehstuecken, Zaehne putzen, packen, auschecken und weiterfahren. Doch beim letzten Punkt hatten wir die Rechnung ohne Jeronimo gemacht. Kurz nach der Abfahrt wurde die Wasserkuehlung des Motors so heiss, dass wir an den Strassenrand fahren mussten. Nach einem kurzen Blick unter die Kuehlerhaube entdeckten wir, bei einem bereits notduerftig geflickten Teil einen Riss an einer Schweissnaht, woraus Kuehlfluessigkeit ausdraht. Also nichts wie zurueck, bei einem Mechaniker "zwei Komponenten Metallknete besorgt, das Ganze noch mit einem Kabelbinder angezogen, eine Stunde gewartet und ab wieder auf die Strasse. Nach unzaehligen Kontrollstopps kamen wir dann schliesslich doch noch in Te Anau an.
In der Ortschaft Te Anau quartierten wir uns in einem der bewaehrten YHA Hostels ein. Da Sonntag war und alle Auto Garagen geschlossen waren, holten wir uns im DOC (Department of Conservation) Infos ueber die umliegenden Wander Routen und Angel Gebiete, da wir sowieso mit einem laengeren Aufenthalt in Te Anau rechneten.
Tage spaeter...
Kurzfassung beim Mechaniker:
Nach X-mal "hin & her", "jetzt funktionierts bestimmt" und dann trotzdem wieder nicht, konnten wir nach 4 Tagen wieder weiterfahren. Problem war angeblich ein verstopfter Kuehlergrill.
Waehrend dieses unfreiwilligen Zwischenstopps hatten wir Zeit fuer einen Tagesausflug am Keppler Track, welcher zu einer der meist besuchten Great Walks von Neuseeland gehoert. Die Waelder waren mit Moos ueberzogen, und waere uns ein Elf ueber den Weg gelaufen waeren wir wohl nicht gross ueberrascht gewesen.
| Keppler Track |
| Elfen Wald |
| Nach dem Regen |
Die Reise brachte uns nach Wanaka. Wakaka ist eigentlich das "Queenstown light", es ist ebenfalls wunderschoen nur nicht ganz so ausgeflippt. Im gemuetlichen Hostel namens Matterhorn haben wir uns auf anhieb wohl gefuehlt, und man staune auch hier keine Schweizer angetroffen!
Da wir mal was neues ausprobieren wollten buchten wir (achtung jetzt kommts) einen Reitausflug. Da ich ueberhaubt noch nie auf so einem Gockel gesessen bin, und Yves auch erst einmal in Tunesien, dachten wir, dass es sicher nicht schaden koennte unsere "horse riding skills" etwas zu schulen und uns auf das Abenteuer einzulassen.
| Reitausflug |
Mein Gaul hiess Ferg (wahrscheinlich von Fergburger abgeleitet) und wenn er nicht grad Gras frass, bockte er sonst irgendwie rum. Schlussfazit: Mein Hintern schmerzte zwar am naechsten Tag nur ein Bisschen, trotzdem werde ich mir wohl zu hause kein Pferd kaufen.
Ist der Mount Cook eine Reise wert? Diese Frage beschaeftigte uns seit ein paar Tagen und zwar immer dann, wenn wir uns die Landkarte anschauten. Grund war die unguenstige Wegstrecke von 203km hin und genau die gleichen wieder zurueck nach Wanaka, so dass wir anschliessend unser Trip an der Westkueste weiterfuehren koennen.Schlussentlich nahmen wir den Umweg in kauf und es hat sich gelohnt. Am ersten Tag war alles sehr Wolkenverhangen und die Einheimischen spotteten damit, dass der Mt Cook heute einen Tag frei haette und wohl erst morgen wieder kommen werde, und sie hatten recht!
| Hooker Valley |
Der naechste Morgen praesentierte sich mit einem strahlen blauen Himmel, womit wir beschlossen auf die Mueller Hut zu wandern, und da eine Nacht zu verbringen.
| Mueller Hut in 3.5h |
Die Nacht war traumhaft, zwar eisig kalt aber dafuer Sternen klar.
Nachdem der Wetterbericht fuer die Westkueste eine Woche Dauerregen prophezeite, beschlossen wir noch einmal ein paar Tage in Wanaka zu verweilen, das schoene Wetter da zu geniessen und den Mount Roy zu besteigen.
| Mit zwei Maedels auf unserem Hostel |